Fotos: ©Stefan Zenzmaier 2013


Installation Kollegienkirche Salzburg

8.4. – 1.5.2022

Die Urbilder von Tod und Auferstehung erheben sich unter der Kuppel der Kollegienkirche.

Mit ihrer Installation greift Andrea Maria Reiser das Urthema der Schöpfung auf:

 

Tod und Leben. Es ist ein niemals endender Konflikt, der die Welt bestimmt. Für Christinnen und Christen löst Christus als Vollender der Welt diese Dynamik zu Gunsten des Lebens auf. Seine Auferstehung ist die Geburt eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Mit der Salzburger Kollegienkirche hat Johann Fischer von Erlach vor 300 Jahren genau dieses Thema architektonisch umgesetzt und ein Abbild des himmlischen Jerusalems erbaut. Die Bilder der Offenbarung des Johannes sind stark. Er zeichnet darin eine Welt, die mit sich und in sich in Frieden ruht. (vgl. Offb 21,1-22,10)

 

Vielmehr noch als die Männer sind es die Frauen, die an das Leben glauben – es schenken und bewahren.

 

Frauen waren die ersten Zeuginnen der Auferstehung;

  • die ersten Glaubenden daran, dass der Erlöser lebt. Jesus, der Auferstandene, vertraut ihnen
  • die frohe Botschaft an – im Wissen darum, dass es die Frauen sind,
  • die die Schöpfung bewahren.

 

Auch darauf möchte die Künstlerin mit ihrer Installation in Salzburgs größter Frauenkirche verweisen:

Es sind die Frauen, die uns Zukunft und Hoffnung geben.

 

Christian Wallisch-Breitsching

Kollegienkirche Salzburg

 

Der meist geschriebene Satz in der Bibel lautet „Fürchtet Euch nicht“.

Gerade jetzt bekommt dieser Satz eine besondere Bedeutung.

Die Faszination der Kollegienkirche oder Universitätskirche in Salzburg begleitet mich seit vielen Jahren. Sei es als Salzburgerin, Künstlerin oder als Frau, die sich immer wieder Gedanken zu Maria,
der Frau und Mutter und den vielen Frauengestalten in der Bibel gemacht hat. Die Idee zum Thema Lumen·Christi·Licht·Blick entstand durch die Inspiration des leeren, sakralen Raumes. Ausnahmslos begegnet uns allen in dieser begrenzten Zeitspanne Leben und Tod, im Dasein, dem Alltag oder mir persönlich auch bei meiner Hospizarbeit. Was spricht uns an, spendet Trost, zeigt einen Weg? Welche Symbole begleiten uns seit Jahrhunderten? Wieviel Natur, Leben, Tiere, Pflanzen vermögen unser Leben zu bereichern?  
Wohin bewegen wir uns als Individuum und als Menschheit? Jedes Lebewesen strebt in´s Licht, wir hoffen auf Zuwendung, Mitgefühl und wollen geliebt werden als Menschen auf unseren individuell gestalteten Lebenswegen. Die Installation stellt eine Symbiose dar zwischen dem geschriebenen Wort, Symbolen, Darstellungen aus der Natur, auf einem Gewebe, das Transparenz ausdrückt und sich mit den Lichtspielen im Raum verbindet. Zu dieser Jahreszeit dringt wieder mehr Licht durch die Kuppel, abhängig von Tageszeit und Witterung, die Dunkelheit schwindet. Es wird eingeladen, die Installation zu umkreisen, zu beten oder die Stille zu erleben, zu lesen, das Sichtbare aber auch das eigene unsichtbare Gefühl auf sich wirken zu lassen. In der Osternacht werden die 4 Stoffbahnen auseinander gezogen um das leere Grab oder den leeren Raum sichtbar zu machen, die Installation wird begehbar. Der Mensch darf eintreten und bis in die Kuppel empor blicken, es eröffnet sich eine neue Perspektive, nicht von aussen, sondern auch aus dem Zentrum, dem Inneren zu sehen.


Andrea Maria Reiser



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LUMEN • CHRISTI • LICHT • BLICK Osterfestschrift
In der Broschüre finden sich die Bibelzitate, wie auch Symbole und Fotografien der Installation vom Hochziehen in die Kuppel bis zu Detailaufnahmen.
AMR LC Broschüre-kl.pdf
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